FACT logo

XFIL – der Kommunikationsexperte

Standardisiertes Schnittstellenformat zur Übertragung von Kapitalanlagedaten

XFIL

Die XFIL(eXtended Financial Interface Language)-Standardschnittstelle wurde von der FACT Informationssysteme & Consulting AG in Zusammenarbeit mit Global Custodians, Kapitalanlagegesellschaften und Versicherungsunternehmen, entwickelt. 

Das XFIL-Format ist eine in XML definierte Sprache für eine Standardschnittstelle zur Übertragung von Kapitalanlageinformationen. Es ist systemunabhängig spezifiziert und weitgehend interpretationsfrei, d. h., die Abbildung im jeweiligen Bestandsführungssystem hat keine Auswirkung auf die Abbildung in den XFIL-Daten. Somit spielt es keine Rolle, welches Bestandsführungssystem auf der abgebenden Seite und welches auf der aufnehmenden Seite im Einsatz ist. 

XFIL ist entsprechend definiert und dokumentiert, sodass auf Basis von Standard-Export- und Standard-Import-Connectoren ein Extrakt nach XFIL erfolgen kann bzw. ein Wiedereinlesen von XFIL über einen Import möglich ist. Die Software FIRST hält für jede der bisher vorhandenen XFIL-Versionen einen entsprechenden XFIL-Import- und XFIL-Export-Connector sowie ein Standard-XFIL-Customizing zur Verfügung.

Automatisierte Integration von externen gemanagten Kapitalanlagen

Seit vielen Jahren steigt der Datenbedarf von institutionellen Investoren im Hinblick auf die verwalteten Kapitalanlagen.

Solvency II, aufsichtsrechtliche Anforderungen aus dem Bereich des Meldewesens, Konsolidierungspflichten, internationale Rechnungslegungsanforderungen und das Kapitalanlagecontrolling zwingen Finanzinvestoren, detaillierte Kapitalanlagedaten auch von externen gemanagten Mandanten in den eigenen Datenhaushalt zu integrieren, um den stetig steigenden Anforderungen gerecht zu werden.

Vorteil für Datensender und Datenempfänger

XFIL bietet aufgrund der Standardisierung sowohl dem Sender als auch dem Empfänger erhebliche Vorteile. Das Schnittstellenformat reduziert den Abstimmungsbedarf zwischen Sender (Kapitalverwaltungsgesellschaft) und Empfänger (Versicherungsgesellschaft, Versorgungswerk, Pensionskasse, Stiftung, Family-Office) auf ein Minimum, da keine Kenntnisse der jeweils vor- und nachgelagerten Verarbeitungsmodalitäten und verwendeten Systeme notwendig sind. 

Das Format bietet wegen der XML-Struktur die Möglichkeit, die Qualität der Daten sowie die technische und fachliche Korrektheit der Daten sicherzustellen. Auf dieser Basis sorgt alleine die definierte Struktur für höchste Prozesssicherheit. Die Funktionen des Reconciliation stimmen automatisiert die angelieferten Daten mit den im Empfängersystem ermittelten Daten ab und aufgrund der Validierung wird sichergestellt, dass nur formatgetreue und qualitätsgesicherte Informationen weiterverarbeitet bzw. überhaupt importiert werden. 

Der Prozessablauf zwischen Sender und Empfänger ist somit hochgradig plan- und automatisierbar, da feste Übertragungsmodalitäten und -zeitpunkte möglich sind. Zusätzlich bietet XFIL dem Sender und Empfänger entsprechende Skalierungseffekte an, indem der Sender mehrere Empfänger mit XFIL-Daten versorgen bzw. der Empfänger mehrere unterschiedliche externe (Kapitalverwaltungsgesellschaften) XFIL-Datenzulieferer anbinden kann.

Auszug aus den aktuellen Datensendern und Datenempfängern

XFIL-Format von Mensch und Maschine lesbar

Die XFIL-Sprachelemente sind aufgeteilt in:

  1. Partnerdaten
  2. Gattungsdaten
  3. Marktdaten
  4. Bestandsdaten
  5. Transaktionsdaten
  6. Validierungsdaten

Partnerdaten

Die Partnerdaten bestehen aus Grundinformationen zu Emittenten und Kontrahenten sowie den dazugehörigen Informationen zur Konzernhierarchie. Stammdaten wie bspw. Partnerschlüssel (LEI) und Informationen zu Branchen, Ländern sowie Ratings werden mit XFIL transportiert. Im Bereich der Ratings besteht zusätzlich die Möglichkeit, nicht nur Ratinginformationen der Standard-Rating-Agenturen zu transportieren, sondern auch eigene bspw. ermittelte Ratinginformationen kundenindividuell zu definieren.

Gattungsdaten

Im Bereich der Gattungsdaten werden Stammdaten zu den Finanzprodukten geliefert. Dabei sind die XFIL-Strukturen fachlich definiert, sodass bspw. für eine Aktie und ein festverzinsliches Wertpapier unterschiedliche Strukturen vorhanden sind.

Auszug aus aktuell definiertern Produkten:

  • Tagesgelder, Termingelder, Geld, Commercial Paper
  • Renten, Floater, Zerobonds, Darlehen, Wandelanleihen
  • Zertifikate, strukturierte Produkte
  • Aktien, Bezugsrechte, Investmentanteile, Genussscheine
  • Optionen, Optionsscheine, Futures
  • Zinsswaps, Credit Default Swaps
  • Devisentermingeschäfte, Futures
  • Kapitalbeteiligungen, Immobilien, Grund und Boden
  • Indizes

Für Gattungsdaten werden Informationen zu Schlüsseln (wie bspw. bbticker, cusip, isin, isma, ric, wkn, sedol, valor) geliefert. Informationen zu Gattungswährung, zu Börsenplätzen sowie Ausstattungsmerkmalen (Konditionen) sind fester Pflichtbestandteil einer XFIL-Lieferung.

Marktdaten

Im Bereich der XFIL-Marktdatenlieferung werden zwei Marktdaten-Sachverhalte subsumiert:

  • Wertpapierkurse
  • Devisenkurse

Die über XFIL gelieferten Marktdaten werden im Gegensatz zu den Stamm- und Bestandsdaten für einen definierten Zeitraum (XFIL-Zeitscheibe) geliefert, bspw. eine Woche oder einen Monat. Die Lieferfrequenz der Daten wird zwischen Sender und Empfänger festgelegt und ist formatunabhängig. Die meisten Investoren bevorzugen eine monatsweise Datenlieferung.

Bestandsdaten

Im Bereich der Bestandsinformationen werden Stammdaten wie Bestandswährung und Bestandsschlüssel transportiert. Zusätzlich sind rechnungslegungsabhängige Felder definiert, die bspw. eine Unterscheidung zwischen HGB und IFRS zulassen. Die Unterscheidung sorgt folglich auch für die Trennung der für die Rechnungslegung relevanten Kennzahlen. In einem weiteren Teil der XFIL-Bestandsdaten werden Solvency II-relevante Informationen für die Säule 1 und die Säule 3 wie bspw. CICs oder Risikoinformationen (Konzentration, Fremdwährung, Kontrahenten, Zins, Spread, Immobilien) transportiert. 

Transaktionsdaten

XFIL überträgt juristische Bestände transaktionsgenau zwischen Bestandsführungssystemen. Die Transaktionsdaten wurden entsprechend definiert, um die fachlichen Anforderungen der unterschiedlichen Kapitalanlagen und der dazugehörigen Geschäftsvorfälle abzubilden.

Validierungsdaten

XFIL verifiziert Bestandsdaten (z. B. Nominal-, Marktwert, Anschaffungskosten) zum Abgleich von Zielsystem und Quellsystem. Die Validierungsdaten enthalten Kennzahlen, die im System des Senders ermittelt wurden. Der Empfänger hat somit die Möglichkeit, nach dem XFIL-Import die fachliche Korrektheit der Lieferung zu überprüfen, indem die gelieferten Kennzahlen mit den selbst berechneten Kennzahlen verglichen werden. Die Software FIRST bietet hier eine entsprechende Funktionalität, die pro Bestandssatz und pro Kennzahl einen Vergleich vornimmt und diesen entsprechend als fachlich korrekt oder fachlich fehlerhaft darstellt. Der Empfänger kann direkt mit der weiteren Analyse beginnen bzw. den Sender über die Fehler informieren.

XFIL – jetzt und in Zukunft

Aktuell werden über XFIL monatlich Kapitalanlageninformationen ausgetauscht, denen ein Marktwert in Höhe von ca. 100 Mrd. Euro entspricht. Das XFIL-Format ist konzeptionell jederzeit erweiterbar, sei es durch zusätzliche Produkt- oder Transaktionsarten oder durch weitere Datenanforderungen. Wir als FACT richten uns bei der Formaterweiterung ganz nach den Wünschen der Sender und Empfänger und sind gerne bereit, mit ihnen gemeinsam die Zukunft des Datenaustausches zu bestreiten, um den stetig steigenden fachlichen und prozessualen Anforderungen nachzukommen.