Warum institutionelle Investoren jetzt auf Cloud-Computing setzen

Tat-Ort Finanzindustrie

Autor: Aleksandar Ivezić, Senior Manager Sales, Fact Informationssysteme & Consulting AG

„Alles, was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert werden“, lautet ein aktuelles Leitmotiv in vielen Branchen unserer Wirtschaft. Zunehmend spürt auch die Finanzindustrie die Dringlichkeit, die mit dieser Botschaft verbunden ist. Und dies gilt insbesondere für Kapitalanleger und Kapitalverwalter.

Denn die effiziente und leistungsfähige Verwaltung der Kapitalanlagen gewinnt rasant an Bedeutung. Bedingt durch die anhaltend lange Niedrigzinsphase wächst einerseits die Diversität der Anlageformen.

Gleichzeitig stellt der Gesetzgeber immer höhere Anforderungen an das Reporting und Monitoring. Das BaFin-Meldewesen (Sicherungsvermögensverzeichnisse, Nachweisungen), das Bundesbank-Meldewesen (AWV, GromiKV) und Solvency II stehen exemplarisch für die gewachsenen Aufgaben in der Finanzindustrie.

Eine Branche im Wandel

Und nicht nur die internen Prozesse und IT-Systeme stehen vor tiefgreifenden Veränderungen - auch die Märkte und die Beziehungen zu Kunden, externen Partnern und Mitarbeitern unterliegen einem spürbaren Wandel. Die Corona-Krise und das öffentlich viel diskutierte Thema "Homeoffice“ haben dies noch einmal offengelegt.

Der Markteintritt großer Internet-Plattformen und die wachsende Zahl der FinTechs setzt die Branche zusätzlich unter Druck. Effiziente digitale Prozesse erscheinen vielen Marktteilnehmern deshalb zunehmend als entscheidender und vielleicht bald schon überlebensnotwendiger Wettbewerbsvorteil. Passende Cloud-Lösungen können hier einen wichtigen Beitrag leisten, weil sie Vorteile auf mehreren Ebenen realisieren und bündeln.

IT-Vorteile

Cloud-Lösungen reduzieren den Aufwand für die Verwaltung von Kapitalanlagen durch die Nutzung von Dienstleistungen seitens des Cloud-Anbieters:

  • Anschaffung und Bereitstellung aller erforderlichen Hardware-Ressourcen,
  • IT-Betrieb der Server, Applikationen und der benötigten Zusatzdienste,
  • Management aller Schnittstellen,
  • Einspielen von Patches und Releasewechseln.

Entscheidend ist dabei der Betrieb in redundanten, ISO-zertifizierten Rechenzentren möglichst im Stammland der Anwender. Dazu gehört auch ein durchgehendes 24x7-Monitoring als Garant für die Hochverfügbarkeit einer solchen Plattform.

Prozessvorteile

Die zentralisierte Steuerung durch eine Cloud-Plattform kann die Integration und die Nutzung von Partner-Lösungen für ausgewählte Aspekte der Kapitalanlageverwaltung vereinfachen. Dies gilt beispielsweise für

  • den automatisierten Bezug von Stamm, Fonds- oder Marktdaten, oder
  • die Nutzung rechtssicherer digitaler Treuhänderlösungen.

Kostenvorteile

Ein wesentlicher Faktor für den Siegeszug des Cloud-Computings sind die Kostenvorteile, die aus der gemeinsamen Nutzung von IT- und Human-Ressourcen erwachsen. Als Nutzer einer Cloud-Plattform

  • müssen Kapitalverwalter keine Server-Hardware für den Betrieb der Software anschaffen oder abstellen,
  • müssen sich Kapitalverwalter nicht um die Wartung und den laufenden Betrieb einer Plattform kümmern,
  • benötigen Kapitalverwalter nur relativ einfache Endgeräte für die Nutzung der Software durch ihre Mitarbeiter,
  • können Kapitalverwalter ihre Mitarbeiter beinahe überall arbeiten lassen,
  • sind Kapitalverwalter nicht auf eine Vor-Ort-Betreuung durch den Cloud-Dienstleister angewiesen. Alles kann remote geschehen.

Diese Vorteile sind der Motor, warum viele Unternehmen, die mit der Verwaltung von Kapitalanlangen betraut sind, das Thema Cloud-Computing für sich entdecken. Cloud-Lösungen sind der Schlüssel, um interne Prozesse rund um die Kapitalanlageverwaltung flexibler, effizienter und kostengünstiger zu gestalten. Deshalb wird die Finanzindustrie immer mehr zum Tat-Ort für das Cloud-Computing – und dies geschieht jetzt.

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