Ab in die Maske: Ergebnisaufbereitung im Companion for First

 

So nehmen Ergebnisse Form an

Wer tritt schon gerne ungeschminkt ins grelle Scheinwerferlicht? Bevor sich beim Companion for First der Vorhang hebt, werden die Ergebnisse einer Nutzeranfrage hinter der Bühne fachgerecht aufbereitet und passend zurechtgemacht.

Es geht um weit mehr als ein bisschen Kosmetik: Ziel ist, dass man die Resultate mühelos einordnen und interpretieren kann. Deshalb wird sorgfältig abgewogen, welche Form der Darstellung die gewonnenen Daten am besten zur Geltung bringt und für die Nutzer intuitiv zugänglich macht.

Lässt sich ein Resultat bereits in einem einzelnen Satz knapp und präzise zum Ausdruck bringen, ist eine Übersichtstabelle erforderlich oder wäre eine zusätzliche Grafik hilfreich? Im vorliegenden Whitepaper dreht sich alles um diese Ergebnisaufbereitung als letzten Schritt in der RAG-Pipeline des Companion for First. Wir zeigen, wie der smarte Assistent seine Entscheidungen trifft und was Sie als Nutzer dabei erwarten dürfen.

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Vor der Ausgabe

Springen wir zu Beginn noch einmal kurz einige Schritte zurück

Eine Nutzeranfrage wie etwa „welche Assets haben einen Marktwert > 1.000.000?“ durchläuft auf ihrem Weg durch den Companion zahlreiche Verarbeitungsstufen: Im Query Processing wird sie zunächst sprachlich aufgebrochen, entschlüsselt und interpretiert. Dann wird ein intelligenter Ausführungspfad konstruiert, der den Weg zur passenden Antwort weist. Schließlich wird dieser Pfad in der Tool Execution Schritt für Schritt abgearbeitet.

Formatwahl mithilfe der KI

Nun, in der Ergebnisaufbereitung als „Endstück“ der RAG Pipeline angekommen, gilt es, das passende Format für diese Rohdaten zu finden.

Die Optionen und Möglichkeiten sind vielfältig und nicht immer vollkommen scharf abgrenzbar. Alles ein wenig „fuzzy“, wie Informatiker gerne sagen, und damit die perfekte Ausgangslage für den Einsatz externer Large Language Models (LLM) auf Basis künstlicher Intelligenz. Denn fuzzy ist deren Stärke.

Dennoch dient die KI hier nur als Helfer. Die Aufsicht führt der sogenannte Presentation Agent, der den Kontext analysiert, Entscheidungen trifft und Sub-Agenten für die Formatierung hinzuzieht. Er selbst ist übrigens Bestandteil des Companions, genau wie die angesprochenen Sub-Agenten. Sie alle arbeiten aber mit dem externen LLM bei der Entscheidungsfindung zusammen, wobei jeder Sub-Agent einen klar definierten Aufgabenbereich abdeckt:

Der Text Agent formt aus einzelnen Ergebniswerten Antworten auf die Anfrage des Nutzers und beschreibt den Inhalt produzierter Grafiken und Tabellen.

Der Table Agent bringt Tabellen in Form, sobald mehr als ein einzelner Ergebniswert ermittelt wurde.

Der Visualization Agent erzeugt aus den ermittelten Daten aussagekräftige Grafiken.

Der Calculation Agent formatiert Zahlen und erstellt Aggregationen über gefundene Daten.

Um eine sinnvolle Formatauswahl durch das LLM zu ermöglichen, wird es von den Agenten mit der aufbereiteten Nutzeranfrage konfrontiert. Zusätzlich erhält es die Metadaten der in der Tool Execution gewonnenen Informationen. Darüber kann das LLM auf die Dateninhalte schließen, die als Resultat der Nutzeranfrage hervorgebracht wurden. Man könnte auch sagen: Frage und Antwort, Input und Output, werden für eine fundierte Entscheidungsfindung zusammengeführt.

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Was ist ein Software Agent?

Wenn hier von Agenten die Rede ist, so sind damit nicht James Bond und seine finsteren Gegenspieler gemeint.

Als Software Agents werden Programme und abgrenzbare Programm-Einheiten bezeichnet, die autonom agieren und Entscheidungen bzw. Aktionen im Auftrag ihrer Befehlsgeber selbständig ausführen. Software Agents sind häufig lernfähig, anpassungsfähig und dadurch prädestiniert, mit anderen Agents zu interagieren, um gemeinsam klar definierte Ziele zu erreichen.

Agenten lieben Metadaten

Metadaten, das sind beispielsweise die Spaltennamen von berechneten oder aus der Datenbank ausgelesenen Informationen, der Datentyp dieser Spalten (Text, Datum, Zahl), die Anzahl der gefundenen Zeilen und die durchgeführten Sortierungs-, Gruppierungs- und Filter-Operationen.

Die Kenntnis dieser Metainformationen liefert wertvolle Hinweise für die Einordnung der Daten und die Entscheidungsfindung hinsichtlich ihrer optimalen Darstellung. Etwa weil der Spaltenname immer eine verwertbare Information über den Dateninhalt birgt, im Sinne von „ISIN“, „assetLabel“, „assetType“, „MarketValueLC“, „Currency“ etc. Das gehört zu den Stärken eines LLMs, dass es mit solchen Begrifflichkeiten dank seines (Sprach-) Trainings tatsächlich etwas anfangen kann.

icon Dokumente

Der Text Agent

Für die Umsetzung von Ergebnissen in Wort und Schrift zeichnet der Text Agent verantwortlich. Manchmal benötigt es als Antwort auf eine Nutzeranfrage nicht mehr als einen einzigen Satz, etwa wenn eine Summe, eine Stückzahl oder eine prozentuale Veränderung ermittelt wurde. Liegen dagegen umfangreichere Daten als Tabelle vor oder wird zusätzlich eine Grafik präsentiert, dann beschreibt der Text Agent diese Daten, beispielsweise in der Form „Die Tabelle zeigt die 5 größten Asset-Positionen nach Marktwert. Das Balkendiagramm visualisiert den Vergleich…“

Dabei formuliert der Agent grundsätzlich in der Landessprache, in der auch die Nutzeranfrage aufgegeben wurde. Die KI macht dies möglich. Außerdem berücksichtigt er das typische Zahlen- und Währungsformat für den jeweiligen Sprachraum.

Icon Tabelle

Tabellen in Form gebracht

Aufgabe des Tabellen-Agenten bzw. Table Agent ist es, Tabellen den entscheidenden Schliff zu verleihen, das Wichtige nach vorne und das weniger Wichtige nach hinten zu rücken und unnötige Spalten vor der Ausgabe zu entfernen. Etwa, weil die darin enthaltenen Informationen im Laufe der Ergebnisfindung zwar eine wichtige Rolle gespielt haben, aber für den Nutzer nicht wirklich interessant sind. Letzteres gilt beispielsweise für technische Spalten mit Identifikationsnummern, Zeitstempeln etc.

Icon Kuchengrafik

Auf einen Blick

Grundsätzlich können First Nutzer den Companion explizit zur Erzeugung von Grafiken auffordern, etwa durch eine Anfrage wie „zeige Top 10 Assets als Balkendiagramm“. Aber auch ohne direkte Ansage denkt der Companion immer mit und bietet zusätzlich zu Datentabellen grafische Visualisierungen an, wann immer dies sinnvoll erscheint. Die Auswahl des passenden Diagrammtyps und die Zuordnung der Dateninhalte zu den Hauptachsen eines solchen Diagramms sind die Aufgabe des Visualization Agents.

icon Diagramm

Diagrammtypen

In seiner ersten Version wird der Companion Liniendiagramme, Säulendiagramme, Kuchendiagramme, gestapelte Balkendiagramme und Histogramme erstellen können. In Abhängigkeit von der jeweiligen Nutzeranfrage und den gewonnenen Daten wird er selbständig einschätzen, welche Art von Diagramm am besten passt. Sollte eine andere Art der Darstellung gewünscht sein, kann man ihn aber auch ausdrücklich dazu auffordern, wie eingangs geschildert.

Balkendiagramme:
Rankings, Vergleiche, Top X

Kuchendiagramme:
Anteile, Verteilungen

Liniendiagramme:
Entwicklungen, Zeitreihen

Gestapelte Balkendiagramme:
Kategorien mit Untergruppen

Histogramme:
Werteverteilungen

Alle Diagramme werden innerhalb des Companions übrigens mithilfe der bewährten Open-Source Bibliothek plotly erstellt, die für ihre prägnanten und ansehnlichen Darstellungen bekannt ist. plotly steht sowohl in Python als auch in JavaScript lizenzfrei zur Verfügung. Das kommt der Entwicklung des Companions in Python, sowie der Grafikdarstellung innerhalb des Webbrowsers mit JavaScript sehr entgegen.

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Output der visualisierten Daten

Der Output der gefundenen und berechneten Daten als Antwort auf die Nutzeranfrage erscheint zunächst auf dem Bildschirm.

Zahlen und Datumsangaben werden dabei grundsätzlich im vorgegebenen Datenformat der jeweiligen First Instanz formatiert, sofern die Nutzeranfrage nicht explizit in einer anderen Landessprache aufgegeben wurde. Auch die eingestellten Schriftarten, Schriftgrößen und Schriftfarben der jeweiligen First Instanz werden berücksichtigt.

Weitere Inhalte unserer Companion-Reihe:

 

1. Whitepaper

Eine Geschichte der Künstlichen Intelligenz – von den Anfängen bis zum Companion for First

Hier lesen

2. Whitepaper

Das Beste aus zwei Welten: Die RAG Pipeline im Companion for First

Hier lesen

3. Whitepaper

Startpunkt jeder Antwort – die Frage verstehen. Query Processing im Companion for First

Hier lesen

4. Whitepaper

Und Action! Tool Execution im Companion for First

Hier lesen

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Aleksandar Ivezić
a.ivezic@fact.de
+49 2131 777 238

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